Rennsteig- Septett mit Gold, Bronze und vielen Top-Ten-Rängen
Dienstag, den 02. Februar 2010 um 21:22 Uhr
34. Junioren-WM nordisch + 5. WM U23 Skilanglauf, 24. bis 31. 1. 2010
Johannes Firn kombinierte zu Gold / „Thomase“ Bing und Wick liefen zu Bronze
Hinterzarten. Großes Aufatmen und Jubel im deutschen Lager sowie auch bei den vielen Thüringer Fans im Dauerschneefall auf dem Feldberg beim Finale der 34. Junioren-WM in den nordischen Disziplinen und der 5. WM im Skilanglauf am 31. Januar. Die Medaillen-Magersucht des DSV-Aufgebotes konnte noch etwas behoben werden. Und Thüringer hatten dabei einen ganz entscheidenden Anteil.
„Nun hat es doch noch mit der Medaille geklappt. Wir sind in prima Form hierher gekommen. Es soll keine Ausrede sein, aber in den zwei Rennen zuvor hatten wir nicht optimal gewachste Bretter. Aber das ist nun vergessen. Bronze ist Gold wert“, sagte ein überglücklicher Thomas Bing vom Rhöner WSV Dermbach nach der 4x5 km-Staffel. Der Abiturient hatte mit einer furiosen Aufholjagd in der Finalrunde seine Mannschaft noch vom siebenten auf den Bronzerang unter dem Jubel von über 3000 Fans entlang des Kurses im Notschrei-Revier des Feldberges gelaufen und den DSV-Junioren somit die einzige Plakette in den acht Entscheidungen gerettet.
Die Jubeltraube vergaß aber nicht den Jungmann, der den Grundstein für das versöhnliche Ende vornehmlich gelegt hatte –Thomas Wick. Der 18-jährige vom SC Motor Zella-Mehlis hatte vom Start der 21 Staffeln weg einen tollen Soloritt in klasssicher Technik auf der knallharten Strecke hingelegt und auch als klar Erster gewechselt. Auch Georg Zipfel (Kirchzarten), Ex-Eliteläufer und Wettkampfchef, begeistert: „Was der Junge in diesem Feld mit Weltcup- und Olympiastartern an Mut gezeigt und auch geleistet hat, ist schon etwas sensationell unter diesen schweren Bedingungen.“
Kombinierer mit komplettem Medaillensatz
Doch der größte Stein dürfte am frühen Nachmittag Johannes Firn (19) im Adler-Stadion von Hinterzarten in die gut 50 cm Neuschnee gefallen sein. Der Schmiedefelder Kombinierer hatte nämlich eine ganz dicke Aktie am einzigen deutschen Titel in den sieben Schwarzwaldtagen. Der Vierer gewann recht souverän Team-Gold. Der Bundespolizeimeister-Anwärter total happy: „Bei meiner dritten WM-Teilnahme hat es endlich mal mit dem Podest geklappt. Dass ich im Springen mit zu den sechs Besten gehört habe, stimmt mich weiterhin optimistisch. Im Laufen geht es nach Trainingsausfall auch wieder aufwärts.“ Insgesamt retteten die Zweikämpfer mit einem kompletten Medaillensatz am ehesten die DSV-Ehre.
DSV Fünfter in der Nationenwertung
Erfolgreichste Nation in den insgesamt 20 Wettbewerben der Doppel-WM wurde Norwegen mit achtmal Gold, siebenmal Silber und fünfmal Bronze. Auf den weiteren Rängen folgten Finnland (3/1/0) und Russland (2/4/4). In die Geschichtsbücher der Nachwuchsschau ist Ingvild Flugstad Oestberg eingegangen. Die 19-jährige Norwegerin hat nunmehr zehn Medaillen, darunter siebenmal Gold, so viel wie kein Athlet dieser Alterskategorie bisher. Damit wurde übrigens Kombinierer Tino Edelmann (Zella-Mehlis) als bisheriger Spitzenreiter mit acht Medaillen abgelöst.
Für die deutschen Talente fiel das Heimspiel etwas mager aus. Mit einem Titel sowie je dreimal Silber und Bronze wurde in der Länderwertung Rang fünf belegt. Vor allem bei den 14 Rennen im neuen „Schwarzwald Nordic Center“ blieb die Loipenzunft weit unter den Erwartungen. Das trifft nicht auf das Rennsteig-Septett zu. Theresa Eichhorn (SV Biberau) war in den Einzelrennen als jüngste DSV-Starterin mit 17 Jahren mit den Rängen 15 und 29 stets die Beste. Das Gleiche trifft auf Thomas Bing zu. Insgesamt hatten die Thüringer 15 Einsätze. Echt Schade war allerdings, dass Medaillenaspirant Tim Tscharnke (20/Biberau) wegen einer Erkältung nicht startete. Seine Olympia-Teilnahme sollte nicht gefährdet werden.
Die glänzend von der Region Hinterzarten inszenierten Skifestspiele brachen alle bisherigen Rekorde. Noch nie hatten 39 Nationen mit 841 Sportlern gemeldet. Die Podestränge gingen gleich an 13 Nationen.
Der immer höher werdende Stellenwert der Doppel-WM wird auch dadurch dokumentiert, dass 26 Athleten anschließend auch bei den Olympischen Spielen starten werden.
Gastgeber der Weltmeisterschaften 2011 ist Ötepää in Estland.
Die Ergebnisse der Thüringer:
Theresa Eichhorn (17/SV Biberau): 15. 5 km cl, 29. 20 km Pursuit, 6. Staffel
Juliane Seyfarth (19/Ruhla): 7. Spezialsprunglauf
Johannes Firn (19/Schmiedefeld): 1. NK-Team, 6. Einzel 10 km
Thomas Bing (19/Rhöner WSV): 4. 10 km cl, 6. 20 km Pursuit, 3. Staffel
Thomas Wick (18/Zella-Mehlis): 20. 10 km cl, 24. 20 km Pursuit, 3. Staffel
Max Wohlleben (18/Zella-Mehlis): 72. 10 km cl.
Philipp Marschall (21/Rhöner WSV): 11. 15 km cl, 24. 30 km
Fotos finden Sie in unserer Galerie im Ordner "Hinterzarten 24.-31.01.2010".
Erstellt für TSV-Internet am 2.2.10: Bache/Möller/Thiele





