Zweiter Platz von Peiffer lässt Fans am Rennsteig jubeln

Veröffentlicht am: 12. Januar 2019

Für genau solche Geschichten wurde Biathlon wohl erfunden: Martin Fourcade, Dominator der letzten Jahre, fährt als Führender im Männer-Verfolgungsrennen von Oberhof zum letzten Schießen. Direkt hinter dem Franzosen folgt der herausragende Biathlet dieser Saison, Johannes Thingnes Boe aus Norwegen. Es kommt zum Showdown der beiden großen Konkurrenten der letzten Jahre. Die Ski-Arena am Grenzadler hält den Atem an. Boe schießt einen Fehler, Fourcade, der den Norweger auf der Strecke kurz zuvor noch überholt hat, lässt zwei Scheiben stehen. Die Chance für Arnd Peiffer und Lukas Hofer, die als nächste an den Schießstand kommen. Fast im Takt landen der Deutsche und Italiener ihre Treffer. Als beide fehlerfrei bleiben, tobt das Publikum. Das Rennen läuft ganz nach dem Geschmack der 22.500 Zuschauer. Der DSV-Athlet geht mit guten Podestchancen auf die letzte Runde – sogar der Sieg scheint für Arnd Peiffer, der zu diesem Zeitpunkt rund neun Sekunden hinter Boe liegt, noch im Bereich des Möglichen. Aber auch Platz vier droht Peiffer, als Fourcade sich bis auf acht Sekunden an ihn und Hofer heransaugt und Boe indes seinen Vorsprung auf mehr als 20 Sekunden ausbaut. Dann wird der deutsch-italienische Express zum ICE – Peiffer geht wieder an Hofer vorbei und zieht das Tempo an. Fourcade muss abreißen lassen und es kommt zum Zielsprint um die Plätze zwei und drei. Die Mobile Tribüne peitscht den Deutschen nach vorne und wirklich – der Clausthal-Zellerfelder, der nicht als überragender Sprinter bekannt ist, kann Hofer in Schach halten. Der erste Podestplatz für das DSV-Team beim diesjährigen Weltcup in Oberhof ist perfekt. „Oh, wie ist das schön“ schallt es jetzt über den Lautsprecher, die Fans singen sich schon mal warm für die WM 2023.

Publikum mit Jubelqualitäten

Johannes Thingnes Boe hat sich zu diesem Zeitpunkt auch schon von den Jubel-Qualitäten des Publikums am Grenzadler überzeugen können und mit der besten Laufzeit souverän seinen siebten Weltcup-Sieg im zehnten Rennen eingefahren. „Ich bin viel vorne weggelaufen und musste für die anderen die Strecke spuren“, sagte Bö angesichts des Neuschnees am Rennsteig. „Auch die vielen Fehler zeigen, dass die Bedingungen heute nicht einfach waren.“ Arnd Peiffer gab nach dem Wettkampf einen Einblick, warum das Wort Heimvorteil in Oberhof wirklich zutrifft – und das nicht nur wegen der unverwechselbaren Stimmung. „Ich bin erst hinter Lukas geblieben, weil ich wusste, dass es am Birxsteig schwierig wird, zu überholen. Nach der Brücke mussten wir uns dann beeilen, damit Fourcade nicht rankommt“, erzählte der 31-Jährige. Manchmal müsse man sich eben abstimmen. Lukas Hofer richtete nach seinem dritten Platz in der Verfolgung schon mal eine kleine Kampfansage an die Konkurrenz: „Wir haben nach Weihnachten viel gearbeitet. Wir werden in den nächsten Wochen besser und besser“, kündigte der Italiener mit Blick auf die WM in Östersund im März an. Für Fourcade, der wie Boe insgesamt drei Fehler geschossen hatte, blieb nur der undankbare vierte Platz. Direkt hinter ihm reihte sich Sprintsieger Alexander Loginov aus Russland als Fünfter ein. Benedikt Doll (SZ Breitnau), im Sprint noch vierter vor Peiffer landete mit vier Schießfehlern auf dem siebten Platz. Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) verbesserte sich um acht Plätze und wurde 39. Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain) verzichtete aus privaten Gründen auf die Verfolgung, ist aber für den Staffel-Wettkampf am Sonntag wieder gemeldet.