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Stellungnahme / Teil I zum Raumordnungsverfahren Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser

Thüringer Landesverwaltungsamt
Abteilung III Bauwesen und Raumordnung
Referat 350
Weimarplatz 4
99423 Weimar

Oberhof, 06.06.2013

Stellungnahme / Teil I zum Raumordnungsverfahren Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser

Der Thüringer Skiverband lehnt den von der TRIANEL GmbH vorgesehenen Bau des Oberbeckens  für das geplante Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser in unmittelbarer Nähe des Rennsteigs am Oberlautenberg ab.

Begründung

Auf einer nur etwa 20 km2 umfassenden Fläche der Rennsteigregion Mittlerer Thüringer Wald  sollen 2 Großprojekte realisiert werden, die aus Sicht des Thüringer Skiverbandes
nicht miteinander vereinbar sind.

Die Umsetzung des ersten Großprojektes aus dem Jahr 2011, des Handlungskonzepts Oberhof, hat begonnen. Der Startschuss für eine Optimierung der Infrastruktur der Stadt Oberhof sowohl für den Hochleistungssport mit seinen Events als auch für den Wintertourismus ist gefallen. Das Projekt wurde vom  Minister des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit schon 2011 zur Chefsache erklärt.

Mit dem Bau eines Oberbeckens für das geplante Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser ist ein zweites Großprojekt in nur 6 km Entfernung von Oberhof vorgesehen. Auch dieses Großprojekt wurde zur Chefsache des Ministers erklärt.

Ein weiteres, sich in der Umsetzung befindendes Projekt Nordic Aktiv Region Thüringer Wald dient einer erheblichen touristischen Aufwertung der Rennsteigregion.  Es ist ein vom Regionalverbund Thüringer Wald initiiertes und vom Deutschen Skiverband fachlich  und finanziell unterstütztes Vorhaben zur Optimierung des Wintertourismus entlang des Rennsteigs.

Das Ziel der aufgeführten touristisch- und sportorientierten Projekte ist unstrittig eine Stärkung und Aufwertung des Tourismus im Thüringer Wald, der in dieser Region der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist. Insbesondere gilt es mit dem Handlungskonzept Oberhof den Leuchtturm Oberhof mit der einmaligen Rennsteigregion, ihrer Landschaftserlebbarkeit und ihren einmaligen internationalen Weltcup-Veranstaltungen für die Zukunft konkurrenzfähig zu erhalten.

Der Bau eines Oberbeckens am Rennsteig ist nicht nur mit den Zielen des Landes-entwicklungsplans / Teile Regionalplanung: Mittelthüringen und Südwestthüringen nicht vereinbar; der Bau eines Oberbeckens am Rennsteig steht auch im Widerspruch zu den Anliegen des Handlungskonzepts Oberhof und des sich in der Umsetzung  befindenden Projekts Nordic Aktiv Region Thüringer Wald.

Besonders stark würde der Wintersport in all seinen Facetten betroffen. Der Abschnitt des Gebirgskammes im Planungsgebiet des Oberbeckens gehört zu den schneesichersten und deshalb beliebtesten Teilen der Rennsteigregion. Auch wenn das Klimagutachten noch  nicht vorliegt, weiß Jedermann, dass die sichere Ausübung aller Schneesportarten an bestimmte Höhenlagen (> 800 m ) gebunden ist, und Loipenverlegungen bzw. Sportstättenverlegungen in ebenso schneesichere Gebiete nicht möglich wären, weil es der schmale Gebirgskamm nicht zulässt. Unzählige Skiläufer (Freizeitsportler, Hochleistungssportler und Familien ) „suchen“ alljährlich den sich auf dem Kamm des Thüringer Waldes  hinschlängelnden längsten Skiwanderweg Europas mit seinen verschiedenen Landschaftsbildern, zahlreichen Naturerlebnissen und anderen Reizen. Es ist davon auszugehen, dass die Gästezahlen nicht nur in Oberhof sondern ebenso  in den vielen kleinen Orten beidseits des Rennsteigs im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben stark einbrechen würden.

Schlussfolgerungen

  • Der  Thüringer Skiverband e.V.  lehnt den Standort des Oberbeckens für ein Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser am Rennsteig / Oberlautenberg ab.
  • Der Thüringer Skiverband e.V. empfiehlt eine nochmalige detaillierte Prüfung der Variante „Nordbecken“ mit Standort des Oberbeckens an der Gräfenhainerstraße.
  • Der Thüringer Skiverband e.V. bittet, den wegen der räumlichen Nähe entstehenden erheblichen Konflikt zwischen den beiden Großprojekten des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit auf Ministerebene zu besprechen.
  • Der Thüringer Skiverband e.V. wird nach Vorlage des von der TRIANEL GmbH in Auftrag gegebenen Klimagutachtens eine weitere Stellungnahme als Teil II aus schneesportlicher Sicht abgeben.

Die hier vorliegende Stellungnahme I und das weitere Vorgehen des TSV ( Stellungnahme II nach Vorliegen des Klimagutachtens ) wurde vom Vorstand des Thüringer Skiverbandes e.V. in seiner Sitzung am 06.06.2013 einstimmig verabschiedet.

Es wird um entsprechende Prüfung der aufgeführten Konflikte gebeten.

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